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Studies in Transfiguration

13. Januar - 24. Februar 2018

Galerie Gisela Capitain freut sich, die vierte Ausstellung mit neuen Werken von Uwe Henneken anzukündigen. Mit Studies in Transfiguration präsentiert Henneken erstmals hauptsächlich Papierarbeiten.

Hennekens Bilderkosmos ist mystisch und farbenprächtig zugleich: bekannt wurde er für seine surrealistisch anmutenden Landschaften, in denen groteske Abenteurer, Wandersleute, Vagabunden, Clowns, biomorphe oder entrückte Figuren auftauchen, die den Anschein machen, über die eigene Situation in Verwirrung geraten zu sein oder sich aus unerfindlichen Gründen zusammenfinden.

Die Motive der neuen Werke setzen sich aus inneren Bildern des Künstlers, zu denen er mittels meditativer Methoden gelangt, und Zitaten aus der von ihm geschaffenen Bildwelt zusammen. Henneken sieht den Künstler an der Schnittstelle zwischen der materiellen und der spirituellen Welt. Wie ein Schamane reist der Künstler in eine imaginäre, raum- und zeitlose Welt, in der Mensch und Kosmos eine Einheit bilden, und übermittelt Visionen, Erkenntnisse oder Offenbarungen aus dieser Welt in unsere.

Hennekens Studies in Transfiguration führen ihn dabei zu einer erweiterten und teilweise abstrahierten Form- und Bildsprache. Die Zeichnungen auf koloriertem Papier zeugen von einer neu gewonnenen Leichtigkeit. Der Bildraum ist meistens nicht vollständig ausgefüllt, der Farbauftrag oftmals transparent. Figuren und Verortung werden somit offen gelassen, ebenso die Deutungsmöglichkeiten des Dargestellten. Henneken zeigt uns Szenen, die kurze Momente sein könnten, die sich gleich wieder verflüchtigen, Mandala-artige Gestaltungen oder Bilder eines Gleichnisses, das nicht existiert. Andererseits laden die Darstellungen den Betrachter dazu ein, eine mögliche Geschichte weiterzudenken.

Das zentrale Thema der Transfiguration findet sich sowohl in Hennekens Auseinandersetzung mit der Figuration, als auch in der motivischen Präsenz des Lichts, durch das die Farbe, die für Hennekens Werk wiederum charakteristisch ist, auch erst existieren kann.

Die künstlerische und spirituelle Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung und dem damit verbundenen Individuationsprozess setzt sich in dem Gemeinschaftsprojekt von Uwe Henneken und Anders Dickson Beyond the Threshold and Back Again: An Introduction to the Hero’s Journey. A venture by Anders Dickson and Uwe Henneken fort. Die beiden Künstler untersuchen in den ausgestellten Gemeinschaftsarbeiten auf spielerisch-ironische Art und Weise Joseph Campbell’s Theorie Der Heros in tausenderlei Gestalt von 1949. Campbell vergleicht darin zahllose Quellen verschiedenster Völker und Kulturen, vom einfachen Helden des Volksmärchens bis hin zu Göttersagen und klassischen Helden-geschichten. Campbell gelangt zu der Ansicht, dass all diese Geschichten und Mythen, sei es der Mythos eines übergeordneten abstrakten Helden oder der individuelle Individuationsprozess eines einzelnen Menschen, einen kollektiven Ursprung haben und nach dem Schema der sogenannten Heldenreise verlaufen. Auch auf der Heldenreise gibt es das Moment der Grenzüberschreitung. Der Held reist in eine andere Welt, und vereint das neu Errungene nach seiner Rückkehr mit seiner Alltagswelt. Indem der Held respektive der Künstler seine Umwelt an seinen gewonnenen Erfahrungen teilhaben lässt, führt er sie zu einer neuen Freiheit.

Uwe Henneken wurde 1974 in Paderborn geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin.

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