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RICHARD SMITH
6. September - 31. Oktober 2014

Die Galerie Gisela Capitain freut sich, ihre erste Ausstellung mit dem 1931 geborenen, britischen Künstler Richard Smith anzukündigen.

Die Ausstellung fokussiert zwei für Smiths künstlerische Entwicklung spezifische Werkphasen: Seine frühe Malerei der 1960er Jahre sowie die ab 1972 entstandenen, sogenannten "kite-paintings". Beide Werkgruppen zeigen Smiths grundlegende Problemstellungen sowie seine strategischen Lösungsmöglichkeiten auf und lassen den Betrachter die radikale Entwicklung, die sein Werk erfahren hat, nachvollziehen.

Kommerzielles "packaging", großformatige Werbeflächen, Hochglanzmagazine, Kino und Musik sind prominente Referenzen der Pop-Kultur, denen Smith während seines ersten New York-Aufenthalts 1959-1966 begegnete und die er für seine frühen farbintensiven Bilder heranzog. Ausgehend von Marshall McLuhans Theorie der Massenkommunikation integrierte Smith die Pop-Kultur jedoch auf indirekte, konzeptuelle anstatt offensichtlich illustrative Weise in seine Malerei.

Die Ambitionen der Pop Art einerseits und die des abstrakten Expressionismus andererseits verfolgend, fand Smith zu einer höchst individuellen Synthese der beiden divergierenden Ansätze, die sich für die meisten seiner Zeitgenossen als unvereinbar darstellten.

Aus der intensiven Auseinandersetzung mit der Dialektik aus Oberfläche und Volumen entstanden ab 1972 die "kite-paintings", die die Komposition aus Form, Oberfläche und Format hinsichtlich größtmöglicher Subjektivität und optimaler Ordnung weiterentwickeln.

Smith beginnt hier die Leinwand von ihrem konventionellen Träger zu lösen und sie auf Aluminiumstangen aufzuspannen. Die keilrahmenlosen Bilder bestehen jetzt nur noch aus membranhafter Oberfläche. Ephemeres Installationsmaterial wie Stangen, Fäden und Klebeband sind nicht nur funktional, sondern wesentlicher Bestandteil der Arbeiten.

Die herausragendste Eigenschaft von Smiths außergewöhnlichem Werk ist die Synthese widersprüchlicher künstlerischer Methoden. Konventionen unterlaufend liefert er sowohl in seinen frühen Bildern als auch in den "kite-paintings" mehrdeutige Lösungen. Die Beschäftigung mit einfachen geometrischen Formen und der respektvolle Umgang mit dem Bild verweisen auf das klassische Dogma der amerikanischen abstrakten Kunst der 1960er Jahre. Smith bestätigt jedoch zeitgleich seine romantischen Wurzeln, sein Bedürfnis, die Oberfläche zu behandeln, Schwere und Leichtigkeit in Einklang zu bringen, das Handwerk zu betonen, die Art-from-life-Herkunft zu bestätigen, Seriosität mit Unbeschwertheit zu vereinen und unerschrockenen Epikureismus zu zelebrieren.

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