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14. Januar - 25. Februar 2017

„I don’t know whether I am creating an imaginary world from the landscape that I have been observing on an unconscious level, or whether the world in my imagination just suddenly appears before my eyes. I am trying to express, as memories, those fragmented landscapes that are engraved within me.“ Hiroki Tsukuda 

Aufgewachsen in der Allgegenwart der imposanten Natur von Shikoku, der kleinsten und am wenigsten besiedelten der vier japanischen Hauptinseln, verbrachte Hiroki Tsukuda (*1978 in Kagawa) in seiner Jugend viel Zeit damit, sich die Metropolen jenseits der Sanuki Mountains im Süden und des Seto-Binnenmeers im Norden der Insel vorzustellen. Bereichert werden diese herbeigeschworenen „outer worlds“, wie Tsukuda die imaginären Welten bezeichnet - mit Eindrücken zeitgenössischer Architektur, historischen Bauwerken und Elementen aus der Natur. Die vielschichtige Architektur Tokyos, wo Tsukuda inzwischen lebt und arbeitet, spielt in seinem Werk naturgemäß auch eine wichtige Rolle. 

Neben Architektur und Musik sind Filme wie Ridley Scotts Blade Runner oder John Carpenters They Live sowie seine Passion für Science-Fiction, insbesondere der Cyber Punk Literatur der 1980er Jahre, Inspirationsquellen. Aber auch Künstler wie Max Ernst und Francis Bacon oder die Künstlergruppe Mono-ha nennt er als Einflüsse.

In seinen akribischen Zeichnungen erkundet Tsukuda die von ihm imaginierten Stadtlandschaften. Dafür greift er auf einen Fundus aus selbst aufgenommenen Fotos und auf Bilder, die er im Internet findet, zurück. Tsukuda verfremdet die Motive und lässt die Objekte miteinander interagieren. Diese monochromen, verschachtelten Collagen konstruiert er meist zunächst am Computer und überträgt sie im Anschluss mit Tusche und Kohlestift in vergrößertem Maßstab auf Papier. Tsukudas dichte, mechanische Bildwelten sind bis aufs äußerste auf ihre geometrischen Formen abstrahiert. Er deformiert und rekonstruiert unsere modernistische Welt. Seine Welten sind angereichert mit geheimnisvollen Zeichen und Zahlen und von den Spuren menschlicher Bewohner. Auf diese Weise entstehen dynamische, urbane Orte, in der Realität und Imagination, Natur, Mensch und Architektur in turbulenten, futuristischen Szenerien miteinander existieren und ineinander verschmelzen. Perspektiven kollidieren zu enigmatischen Panoramen. Seine Visionen versteht Tsukuda weniger als einen Blick in die Zukunft, als die Aussicht auf eine parallele Welt, die sich aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammensetzt. Die Installation "The Bottom of the Sea“ scheint, als hätte sich die Welt aus seinen Zeichnungen in den Raum ergossen und in der 3. Dimension manifestiert.

Galerie Gisela Capitain freut sich, ihre erste Ausstellung mit dem japanischen Künstler Hiroki Tsukuda zu präsentieren.

Im Herbst diesen Jahres werden neue Werke des Künstlers in einer Einzelausstellung im Neuen Aachener Kunstverein zu sehen sein.

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